Corona Krise – Freiwillige Isolation Tag 4

Fakten des Tages:

Die Zahl der Infizierten in Deutschland steigt weiter, die Bundesregierung fliegt Deutsche aus den Urlaubsländern zurück in die Heimat, Ausgangssperre wird immer wahrscheinlicher, die Meinungsmache in den sozialen Netzwerken sorgt für noch mehr Verunsicherung, Merkels Appell fruchtet nur teilweise

Stand der Infizierten in Deutschland: mehr als 14.000 Menschen

Berlin, Donnerstag, der 19.03.20 – „Doofe Amis und japanische Toiletten“

Ich hätte nie gedacht, dass ich mich über die Rückkehr der Kälte und des grauen Himmels so freuen würde. Aber um ehrlich sein, erleichtert es das Zuhausebleiben ungemein. Zweiter positiver Effekt, die anderen bleiben auch endlich mal drinnen. Erster Tag in dieser Woche an dem ich niemanden draußen im gegenüberliegenden Café sitzen sehe.

Am Vormittag schaue ich bei Facebook rein und sehe den Post einer Bekannten, die bei der Deutschen Welle arbeitet. Ein Beitrag von CBS News über den amerikanischen Springbreak in Florida. Tausende von der Sonne verbrannte Dumpfbacken Anfang zwanzig, faseln etwas über ihr Recht auf Party und lassen es trotz Corona Virus und schließender Bars richtig krachen. Hier lallt die nächste Generation Trump Wähler ihre hedonistisch-bräsige Meinung ins Mikrofon, trinkt Margaritas aus Eimern statt Gläsern und verkündet alle präventiven Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 seien reine Hysterie. Eine Nation schafft sich selber ab. Ich sehe ihnen nach Trumps Hetze gegenüber Europa und seinem schäbigen Versuch Impfstoffe exklusiv für die Vereinigten Staaten zu sichern, nicht ganz ohne Schadenfreude dabei zu. Bye, Bye Miss American Pie Winke-Emoji.

Meine Freundin M. meldet sich, um mir zu erzählen, was ihrer Mutter kürzlich passiert ist. Besagte Mutter arbeitet in einer Tagespflege Einrichtung im ländlichen Osten Deutschlands, wo bis zum heutigen Tag Senioren in einer Gruppe gemeinsamen Freizeitaktivitäten nachgehen. Da die Kinder der Mitarbeiter nicht mehr in die Kita oder Schule gehen können, werden diese einfach zur Arbeit mitgebracht. Ein gefährlicher Cocktail, auch für die Mutter, die selbst Mitte sechzig ist. Meine Freundin fühlte sich daraufhin berufen das Deutsche Rote Kreuz, das die Tagespflege leitet, per Email zu fragen, wann sie denn vorhätten die Einrichtung zu schließen. Noch bevor sie eine schriftliche Antwort erhielt, wurde sie von ihrer Mutter angerufen, die erzählte, dass ihre Vorgesetzte sie zu sich zitiert habe, um zu fragen, ob sie etwas mit der Absenderin der Email gleichen Nachnamens zu tun habe. Das Wort Denunziantentum fiel zwar nicht, dennoch war man not amused über die kritische, sehr berechtigte Frage meiner Freundin. Smells like DDR reloaded. Ob und wann besagte Tagespflege geschlossen wird, ist noch unklar.

Am Nachmittag hüpft meine Tochter auf meinem Bett herum, um etwas überschüssige Energie abzubauen. Leider kommt bei dieser Aktion ein Vibrator (unbenutzt!) zum Vorschein, den ich unter meinem Kissen vergessen hatte. Glücklicherweise der harmlose pinke, der aussieht wie ein ergonomisches Spielzeug aus einem anthroposophischen Kindergarten und nicht der naturalistisch-anmutende, dessen Vorbild wahrscheinlich das Gemächt von Rocco Siffredi gewesen ist. Ich versuche das Ganze runterzuspielen und sage es sei ein Spielzeug für Erwachsene. Sie schaut mich daraufhin ungläubig an und zieht spöttisch eine Augenbraue hoch. Wir Erwachsen seien ja schon ganz schön ekelhaft. Woraufhin ich nur erwidere, dass sie erstmal in mein Alter kommen müsse, um mitreden zu können. Ein Satz, den ich niemals glaubte je aus meinem Mund zu hören. Aber Schwanz drüber.

Da ich jetzt schon mal die wunderbare Schatulle der anrüchigeren Themen geöffnet habe, möchte ich niemandem meine Phantasie für diesen Sommer vorenthalten. Ich male mir aus, wie die ganze durch Hausarrest verursachte, angestaute Liebes- und Sexenergie sich im Sommer diesen Jahres komplett entlädt, und als „Summer of Love 2020“ in die Geschichtsbücher eingehen wird. Dieses Ereignis wird dann nicht nur dazu führen, dass sich die Geschlechter wieder versöhnen, sondern wird auch die Geburtenraten in ganz Europa beeinflussen, so dass die vielen menschlichen Verluste durch den Corona Virus wieder ausglichen werden. Dieser unerwartete Babyboom bringt dann den demografischen Wandel, den Deutschland dringend nötig hat, um seinen Generationenvertrag wieder erfüllen zu können und zukunftsfähig zu sein.

Apropos Prophezeihung: Ich sage voraus, dass Bidets und japanische Toiletten zukünftig fast in jedem Haushalt in Deutschland vorhanden sein werden und so den Gebrauch von Toilettenpapier endgültig überflüssig machen. Wer kann, sollte jetzt schon in Aktien entsprechender Unternehmen investieren und darf gerne an mich spenden, wenn ich recht behalten sollte Zwinker-Smiley.

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