Corona Krise – Freiwillige Isolation und Ausgangsbeschränkungen Tag 9

Fakten des Tages:

Olympische Spiele von Tokio ins Jahr 2021 verschoben, Bundesligapause bis mindestens Ende April, Nordrhein-Westfalen will Verstöße gegen Kontaktverbot mit Bußgeldern ahnden, Bundestag will über das milliardenschwere Hilfspaket der Bundesregierung beraten, Britische Regierung erlässt weitreichende Ausgangssperren im Kampf gegen die Corona-Pandemie

Stand der Infizierten in Deutschland: 30.482 Menschen

Berlin, Dienstag, der 24.03.20 – „Häusliche Gewalt und Obdachlosenhotels“

Ich muss diesen heutigen Blogeintrag leider direkt mit einem belastenden Thema beginnen. Bereits ein paar Tage nachdem ich die Frage:

Wie geht es Frauen, die in prekären Verhältnissen oder einem gewalttätigen, häuslichen Umfeld leben und nun gezwungen sind mit prügelnden Cholerikern rund um die Uhr eine Wohnung zu teilen?“

in meinem Blog formuliert habe (Eintrag Tag 2) wurde sie mir gestern durch die Medien beantwortet.

Es ist ein verdammt reales Problem. Die Frauenhäuser waren selten so voll, wie momentan während der Corona Krise und es mangelt überall an Personal und Raum, um alle hilfsbedürftigen Frauen und ihre Kinder aufzunehmen, die zuhause in der Quarantäne um ihr Leben fürchten müssen. Wenn selbst wir sogenannten „Normalos“ uns in der Enge der Familienwohnung anfangen wegen Kleinigkeiten in die Haare zu bekommen, gehört nicht viel Phantasie dazu sich vorzustellen, zu was süchtige, gewalttätige und missbrauchende Menschen in der Lage sind, wenn das Frustlevel und die Angst vor dem Verlust der Existenz durch finanzielle Einbußen, das Panikzentrum des Hirns 24/7 triggern.

Solltet ihr also irgendetwas hören, was Euch beunruhigt, oder das Gefühl haben, dass bei euren Nachbarn etwas nicht stimmt, ist es immer besser – auch wenn es Euch wie übertriebene Vorsicht vorkommt – die Polizei oder das Jugendamt zu verständigen, als es einfach aus falsch verstandener Höflichkeit und Angst vor Einmischung in die familiäre Privatsphäre nicht zu tun. Kinder- und Frauenleben werden es euch danken. Und da Ihr ja alle momentan eh den halben Tag vorm Rechner sitzt, googelt doch einfach mal nach Frauenhäusern in eurer Stadt und macht eine paar Sach- oder Geldspenden.

Einen überraschend pragmatischen Weg zur schnellen Hilfe und Lösung bei der Unterbringung von Obdachlosen während der Corona-Krise, gehen zwei unserer europäischen Nachbarländer. Und so fand ich auch auf meine Frage:

Was wird aus all den Obdachlosen, die ihren Lebensunterhalt mit Schnorren bestreiten, wenn keiner mehr auf die Straße geht?,

Antworten in diversen Zeitungen, die berichteten, das sowohl in Spanien als auch England, Obdachlose wegen der ausbleibenden Touristen in leerstehenden Hotels einquartiert werden sollen.

Ich stelle mir vor, was für ein Gefühl es sein muss, nach Jahren auf der Straße ein sauberes Bett, ein eigenes Bad und einen sicheren Platz zu haben an dem man keiner Gewalt, Verachtung oder dem Kältetod ausgesetzt ist, während alle anderen jammern, dass sie nicht mehr auf eben diese Straßen dürfen, um ihre Mitmenschen vor Ansteckungen mit COVID-19 zu schützen. Womit mal wieder bewiesen wäre, dass das Gefühl von Glück immer eine Sache der eigenen Perspektive ist.

 

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